Lesbisch in grünen Berufen

Einen Ansprechpartner finden, gemeinsam denken und diskutieren, desto mehr kluge Ideen und Möglichkeiten kommen zustande, durch die Deine persönliche Situation oder Dein Vorhaben noch besser werden kann. 


Ansprechpartnerin Elke

Hallo, ich bin Elke aus dem Frankenland und bewirtschafte einen viehlosen Betrieb.  Im Herbst fahre  Zuckerrübenlaster und den Winter verbringe ich in meiner Brennerei - Langeweile gibt es bei mir nicht. Mein Hobby ist das Motorrad fahren. Auf die Gayfarmer bin ich durch einen Artikel in einer Fachzeitschrift aufmerksam geworden.  Freue mich über Nachrichten von Euch . Kontakt: elke@gayfarmer.de 



Direkter Kontakt zu Elke

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Die Maginotlinie und das Bundestreffen der Gayfarmer

 

Gerne wäre ich noch zwei Tage im Elsass getourt, aber wie sollte es anders sein, meine Berufskollegen haben mich wieder mal ausgebremst. Glücklich darüber, dass ich einmal am 3. Augustwochenende keine anderen Verpflichtungen oder besser gesagt Pläne hatte, fuhr ich völlig entspannt, über Land nach Schweigen an die französische Grenze. Hier trafen sich die Mitglieder der Gayfarmer zu ihrem Bundestreffen. Für mich das erste Mal, war ich gespannt und auch aufgeregt, wie es sein würde mit den vielen Gleichgesinnten. Dass ich die einzige Frau bin, hatte ich nicht erwartet. Gibt es wirklich mehr Männer als Frauen in „grünen Berufen“?

 

Da wir erst gegen 19.00 Uhr zusammenkommen wollten und ich schon am frühen Nachmittag dort war, beschloss ich noch eine Runde durch das nördliche Elsass und der angrenzenden Pfalz zu fahren, zumal es mir ja nicht vergönnt ist, nach dem Treffen noch durchs Elsass zu cruisen. Das diesjährige Wetter lies das Gras gehörig wachsen und so konnte schon früher als sonst der 3. Schnitt bei uns gemäht werden. Nicht nur ich freute mich über das schöne Wetter, sondern auch meine Berufskollegen zu Hause für die ich vermehrt Gras schwade.

 

An diesem Freitag Nachmittag bekam ich schon einen Eindruck von der Schönheit dieser geschichtsträchtigen Region. Es machte einfach Spaß Motorrad zu fahren! Den Abend verbrachte ich in geselliger Runde mit den Pfälzer Jungs, auch deshalb, weil ich einen von denen schon mein Leben lang kenne. Seitdem mein Vater auf einen Winzerbetrieb bei Bad Kreuznach gelernt hatte, verband uns zu seinem Lehrbetrieb eine tiefe Freundschaft und so kam es, dass ich öfters in den Sommerferien dort war und dadurch auch den Sohn einer Nachbarsfamilie kennenlernte. Dass wir einmal in unserem späteren Leben intensiver Kontakt zu einander haben würde, hätte keiner von uns gedacht.

 

Tommy und Rémy, die beiden Elsässer hatten diesmal geladen. Da Kultur nie ausser Acht gelassen wird, besichtigten wir am Vormittag das „Fort de Schoenenbourg“. Während der zweieinhalbstündigen Führung durch den Bunker hörte ich das erstemal von der Bedeutung der Maginotlinie, einer Verteidigungslinie, die nach dem 1. Weltkrieg entlang der Grenzen zu Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien, entstand. Bis zum kalten Krieg in den sechziger Jahren wurde diese Verteidigungslinie bestehend aus unzähligen Bunkern und Tunnels von der französischen Regierung in Stand gehalten, danach aufgegeben. In den siebziger Jahren hat sich ein Verein gegründet, der die inzwischen stark verwüsteten unterirdischen Anlagen, in mühevoller, jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit wieder herstellte, besser gesagt, „Fort de Schoenebourg“. Ich erzähle euch das deshalb, weil dieser Verein von Spenden und den Eintrittsgeldern der Besucher abhängig ist, um diese Festung aufrecht zu erhalten. Außerdem gehört das Elsass zur deutschen Geschichte.

 

Hungrig, im wahrsten Sinne des Wortes, fieberten wir dem Nachmittag entgegen. Eine Weinprobe mit regionalen Häppchen in der Winzergenossenschaft Cléeborg www.cave-cleebourg.com/de/ war angesagt. Ich schmunzelte sehr, als der Kellermeister und Sommelier uns durch den Weinkeller führte. Er erinnerte mich sehr an Alfons, (ihr wisst schon, den aus der TV Sendung „Alfons und Gäste“). Seine Aussprache und sein Wesen glichen ihm sehr. Obwohl ich Fränkin bin, schmeckt mir unser Frankenwein nicht. Meinem Gaumen, bisher vom Nahewein verwöhnt, mundet der Elsässische Wein sehr und so freut es mich, als es am Abend auf dem Hof von Tommy und Rémy in Hundspach neben leckeren Flammkuchen reichlich davon gibt.

Simone eine Freundin der beiden führte durchs Dorf und erzählte so einiges über die Geschichte ihres Dorfes. Zu meiner Überraschung verstand ich das Elsässische gut, glich es doch sehr dem Pfälzischen. Hundspach gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs und seitdem es in den 60ziger Jahren einen Preis gewonnen hat, ist man sehr auf den Erhalt seiner weißgestrichenen Fachwerkhäuser bedacht. Die besondere Architektonik verdankt das Dorf nach seiner Zerstörung im 30jährigen Krieg einem Schwedenkönig und der Emigration der Schweizer. Der Strukturwandel macht auch hier keinen Halt und so gibt es zunehmend Leerstand. Um so mehr hat es die Dorfbevölkerung gefreut, als Tommy und Rémy in den Ort zogen und ein erworbenes Gehöft wieder zum Leben erweckten. Die beiden Hobbylandwirte haben die Stallungen inzwischen wieder mit Tieren gefüllt und die 84jährige Nachbarin erzählte uns, dass sie sich schlagartig 60 Jahre jünger gefühlt hatte, als die Jungs sie zur ersten Geburt eines Kalbes geholt haben. Das sind Geschichten die mich berühren, wen wundert's, ich bin mit Leidenschaft Landwirtin.

 

Am Sonntag gab es noch eine Stadtbesichtigung in Wissembourg, dem entzog ich mich, denn ich wollte auf dem Heimweg noch ein paar Kurven durch die Pfalz mitnehmen. Schade, dass auch hier Strecken an den Wochenenden für Motorradfahrer gesperrt sind.

 

 

Liebe Gayfarmer es hat mir sehr gefallen mit euch und ich habe mich wohlgefühlt in eurem Kreis. Ich hoffe, wir verbringen noch viele Bundestreffen miteinander. Danke, dass es euch gibt, Eure Elke